Wer kennt sie nicht – die herrlichen Gebirgspanoramen des Kaisergebirges, die insbesondere durch die Fernsehserie „Der Bergdoktor“ bekannt geworden sind.
Auch die Radsportgruppedes Skiclubs hat diese Gebirgskulissen bei ihren Radtouren am Kaisergebirge kennengelernt.
Wanderwart Walter Köhler, der diese Radfreizeit geplant und organisiert hatte, wählte dieses
Ziel nicht nur wegen der Gebirgsszenerie aus, sondern auch wegen der Abwechslung von
lieblichen Alpentälern und den romantisch gelegenen Gebirgsseen aus.
Ein Hotel in St. Johann in Tirol war der zentrale Ausgangpunkt für alle fünf Tagesradtouren, so
dass die 17-köpfige Radgruppe nur mit leichtem Tagesgepäck fahren konnte. Noch am
Anfahrtstag wurde eine kleine Tour zum Schwarzsee bei Kitzbühel unternommen, bei der
„gutmütige“ Anstiege einen ersten Eindruck auf die kommende Topographie gaben. Die Touren
wurden so geplant, dass zwar überwiegend in den Tälern gefahren wurde, aber auch diese sind
im Gebirge nicht immer eben. Ein Vorgeschmack davon erlebten die Radler bei der Tour zum
Pillersee, als der Pass bei „St. Jakob im Haus“ überquert werden musste. Zur Belohnung hatte
man nun einen herrlichen Blick auf die Leoganger Steinberge und den Pillersee.
Der Höhepunkt aller Touren war die Umrundung der Hohen Salve mit 80 Kilometer und 800
Höhenmeter. Der Ausblick auf die bizarren Felsmassive des Wilden Kaisers bei sonnigem
Wetter waren einfach nur traumhaft. Nach einem kräftigen Anstieg von 15 Prozent wurde bei
Ellmau der Drehort der Arztpraxis des Bergdoktors erreicht. Es fanden zwar zu dieser Zeit leider
keine Dreharbeiten statt, aber den Bergdoktor konnte man vor der Arztpraxis trotzdem als
lebensgroße Pappnachbildung „bewundern“. Die Radler tauchten in eine andere Welt ein, als
sie in das Windauer-Ache-Tal einfuhren – Bergwald, Almen, die plätschernde Windauer-Ache
und herrliche Weitblicke waren Balsam für die Seele. Auf immer gutausgebauten Radwegen
wurde Scheffau, Söll, Brixen im Thale und Kirchberg durchfahren bis sich an diesem Tag der
Kreis wieder schloss.
Der Walchsee, eingebettet zwischen den Chiemgauer Alpen im Norden und dem „Zahmen
Kaiser“ im Süden, war ein weiteres Ziel. Durch das Kohlental erlebten die Radler eine
fantastische Almlandschaft mit einmaligen Weitblicken auf die umliegenden Bergwelt. Reit im
Winkl war das nächste Etappenziel. Über einen Bergweg dorthin musste eine Steigung von 19
% überwunden werden, die für die meisten E-Bike-Fahrer kein Problem war.
Bis auf einen Regentag, an dem nur eine kleine Tour nach Kitzbühel unternommen wurde, war
das Wetter sommerlich warm, aber zum Radeln ideal. Temperaturen bis 30 Grad waren noch
gut zu ertragen, zumal überwiegend mit E-Bikes gefahren wurde und somit Steigungen in der
Prallsonne nicht strapaziös waren. Erstaunlich war, dass es bei einer so großen Radgruppe zu
keinem Unfall oder Radplatten kam.