Von den Geistern vom Mummelsee hat man schon eher etwas gehört – aber was ist mit der Hex von Dasenstein? Ist sie eine Legende, ein Weinanbaugebiet oder beides? Darüber erfuhr die 16-köpfige Wandergruppe des Skiclubs bei ihrer „Sagenhaften Wanderung“ rund um Kappelrodeck auf originelle Weise etwas aus der Sagenwelt im Achertal.

Gezittert haben die Wanderer schon, denn am ersten Tag dieses verlängerten Wochenendes, das auf der skiclubeigenen Hoggemer Hütt in Seebach verbracht wurde, hat es in Strömen geregnet und manch einer hatte durchnässte Stiefel. Jedoch Wanderwart Walter Köhler, der diese Wanderfreizeit mit seiner Frau Rosemarie geplant und organisiert hatte, war zuversichtlich und hoffte, dass sich die Schönwetterserie der letzten Jahre fortsetzten möge. Bei strahlend blauem Himmel und angenehmen Frühlingstemperaturen wurde am nächsten Morgen zum „Aufwärmen“ noch eine kleine Rundwanderung vom Seibelseckle über den Mummelsee auf die Hornisgrinde unternommen, um dann am Spätnachmittag in Kappelrodeck die sagenhafte Wanderung zu starten. Nach einem Sektempfang ging es unter Führung einer in Achertaler Tracht gekleideten Winzerin zunächst zum Schloss Rodeck hinauf. Hier liegt der Ursprung der Legende von der Hex von Dasenstein. Das junge Burgfräulein verliebte sich in einen nicht standesgemäßen Bauernjungen und wurde daraufhin von ihrem Vater von der Burg verstoßen. Seit dieser Zeit hauste sie in einer Höhle am Dasenstein und trieb des Nachts ihr Unwesen. Auch die Wandergruppe hat das in langem Gewand gekleidete Fräulein gesehen, als sie unter lautem Schreien an der Gruppe vorbeilief. Bergauf und bergab ging es zu abgelegenen Berghöfen, an denen die Wanderer mit belegten Broten, Wein und Schnaps sich stärken konnten. Ein stimmungsvoller Sonnenuntergang mit Blick auf die Rheinebene leitete die gruselige Phase ein. Bei Dunkelheit huschte plötzlich aus einem Weinberg die Hexe heraus und versuchte ihr einsames Leben durch die Entführung eines Mannes zu bereichern. Der Legende nach hat die Hex am Dasenstein Weinreben gepflanzt, so dass dann in jüngster Zeit die Kappeler diese Weinlage und den Wein „Hex von Dasenstein“ genannt haben. Erst nach Mitternacht traf die Wandergruppe wieder in der Hoggemer Hütt ein und waren von diesem abwechslungsreichen und informativen Tag begeistert.

Das sonnige Frühlingswetter setzte sich auch am nächsten Tag fort und lud zu einer tollen Wanderung in die Weinlandschaft zwischen Sasbachwalden und Lauf ein. Auf einem Panoramaweg erblickte man die lieblichen Ausläufer des Schwarzwaldes im Wechselspiel zwischen Streuobstwiesen, Weinbergen und kleinen bäuerlich geprägten Ortschaften. Leider schlug das Wetter am letzten Tag um - Wolken bis ins Tal und Dauerregen trug zum Entschluss bei, vorzeitig nach Hause zu fahren. Getrübt hat der Regen die Stimmung der Wandergruppe nicht, da die zwei Sonnentage, die landschaftliche Schönheit, das Erlebte und der kulinarische Genuss überwogen.

WK2018 Hoggemer Huett 118